Straße mit viel Geschichte - Die Calle Larios in Málaga ist das wichtigste architektonische Werk des 19. Jahrhunderts
Sabine Schulz / Málaga (Cost del Sol Nachrichten)

Als die zentrale Einkaufsstraße Larios im vergangenen Dezember nach achtmonatigen Umbauarbeiten offiziell wieder eröffnet wurde, mag manch ein geschichtlich interessierter Besucher an das Jahr 1891 gedacht haben. Denn in diesem Jahr, dem Jahr der Fertigstellung der Straße, war das Interesse der Bewohner Málagas ebenso groß wie fast 112 Jahre später. Die Calle Larios spielt seit über einem Jahrhundert eine wichtige Rolle in der Provinzhauptstadt: als Flaniermeile, als Einkaufsstraße und als Schauplatz der berühmten Feria im August.

Die Geschichte der bekanntesten Straße Málagas beginnt im Jahr 1880 mit der ersten Volksbefragung in der Stadt: Der damalige Bürgermeister wollte von den Bewohnern wissen, ob sie die zur Verfügung stehenden städtischen Gelder lieber in den Ausbau des z

weiten Turms der Kathedrale oder in den Bau einer zentralen Straße in der Innenstadt investiert wissen wollten. Das Ergebnis ist bekannt: Der Spitzname der Kathedrale in Málaga lautet noch heute „La Manquita“, die Einarmige – die Bewohner entschieden sich für die Calle Larios.
Im Jahr 1880 gründete die Stadt Málaga eine Baugesellschaft und legte mit dem Kauf des Hauses Nummer 28 an der Plaza de la Constitución den Grundstein für den Bau einer Straße, die den Weg zum Hafen öffnen sollte. Bei dem Versuch, auch private Investoren für das Projekt zu begeistern, stieß der damalige Bürgermeister auf eine Industriellenfamilie, deren Namen bis heute eng mit der Stadt Málaga verbunden ist: Die Familie des Marqués de Larios hat nicht nur die nach ihr benannte Straße, sondern auch viele andere Projekte der Stadt gefördert und ist bis heute Besitzer zahlreicher Gebäude in der Innenstadt von Málaga.
Im Jahr 1887 unterschrieb die Gesellschaft Hijos de Larios einen Vertrag mit der Stadt, nach dem sie allein verantwortlich für die Ausführung der Bauarbeiten zeichnete. Die Bedingung: die Fertigstellung der Straße und deren Gebäude in einem Zeitraum von vier Jahren und die Bereitstellung von 4.800 Quadratmetern Land für die Stadt. Die Frist von vier Jahren wurde eingehalten und am 27. August 1891 wurde die Calle Larios offiziell eröffnet.
Sechs Jahre später erfolgte die erste Beleuchtung. Die ersten Geschäfte und Cafés, darunter viele, die heute noch ansässig sind, wurden rasch zum Treffpunkt der Bürger aus Málaga. Historiker bezeichnen den Bau der Calle Larios als das „wichtigste architektonische Werk des 19. Jahrhunderts.“ Mit dem weiteren Ausbau und der Eröffnung für den Autoverkehr verlor die Straße im Laufe der Jahre viel von ihrem früheren Glanz.

Endgültig Fußgängerzone
In der vergangenen Woche hat der Gemeinderat in Málaga endgültig beschlossen, die Calle Larios zu dem zu machen, was sie vor einem Jahrhundert bereits war: eine Flaniermeile für die Bewohner der Stadt.
Bis kurz vor der Sitzung hatte Bürgermeister Francisco de la Torre offen gelassen, ob diese nach dem Umbau doch wieder für Autos freigegeben wird, und damit Passanten und Geschäftsleute bis zum Schluß zittern lassen. Denn diese hatten sich inzwischen an die vorübergehend gesperrte Straße gewöhnt: „Ich finde es jetzt in der Stadt viel schöner und das Einkaufen macht mehr Spaß“, sagt María Isabel Romero, die mit ihren beiden Kindern in einem Kleidergeschäft nach einem guten Angebot aus dem Winterschlussverkauf sucht. „Und die Leute kommen mit mehr Ruhe zum Schauen“, ergänzt Verkäuferin Beatrice Moreta. Zwar können Anwohner inzwischen für bestimmte Zeiten eine Fahrberechtigung beantragen, doch haben dies nach Angaben der Stadt bisher lediglich 20 Personen getan. Der Bürgermeister hat nun angekündigt, dass in einer zweiten Bauphase die Gebäude in der Calle Larios restauriert werden.
Zudem sollen weitere Straßen der Innenstadt in eine Fußgängerzone umgewandelt werden.
warten das Rathaus, die Festung Alcazaba und die Kathedrale auf die neugierigen Blicke der Passagiere.
Danach geht es vorbei am Blumenmarkt in der Alameda Principal wieder zurück zum Ausgangspunkt einer stressfreien und informativen Stadttour.